Warum tust du dir das an? Warum ich faste.

Ja. Warum tu ich mir das nur an. Gute Frage. Eine Frage, die ich gerne etwas ausführlicher beantworten möchte.

Ich bin ein großer Befürworter der ganzheitlichen Medizin. Mein Traum ist es, später in einer naturheilkundlich orientierten Einrichtung zu arbeiten. Eine Einrichtung die es schafft, die Schulmedizin und die Komplementärmedizin zu vereinen. Allein diese Kombination entspricht meinem Verständnis von Medizin.

Die ganzheitliche Medizin wird gestützt durch verschiedene Grundsäulen, die den Menschen gesund bleiben/ werden lassen. Dazu zählen zum Beispiel die Bewegungstherapie, die Ordnungstherapie wie auch die Ernährungstherapie. Der wichtigste Kern ist allerdings der mündige Mensch. Der Mensch der gewillt ist zu gesunden bzw. gesund zu bleiben und der die Verantwortung für sich und seine Gesundheit übernehmen möchte.

Wir alle können gut Acht auf uns geben. Wir können jeden Tag auf‘s Neue entscheiden, ob wir den für uns bestmöglichen Weg in Bezug auf unsere Gesundheit gehen. Dieser Weg sieht für jeden von uns völlig unterschiedlich aus. Eben an dieser Stelle sollte man nicht pauschalisieren! Wie es so oft getan wird.

Nicht für jeden ist regelmäßiger Sport der richtige Weg. Nicht jedem tut vegane Ernährung gut. Und nicht jeder möchte regelmäßig meditieren.

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Quelle: Pixabay

Genau das macht es manchmal für uns alle so schwer, den richtigen Weg zu finden. Wenn wir uns allerdings frei davon machen, Hier.Jetzt.Sofort. auf dem richtigen Weg sein zu müssen, nehmen wir uns den Druck aus der Sache. Wir können experimentieren. Wir probieren mal ein bisschen hiervon. Ein wenig davon und schauen, was uns liegt. Was uns gut tut.

So war das mit dem Fasten bei uns. Ich persönlich bin schon lange überzeugt von der positiven Wirkung des Fastens. Habe allerdings lange geglaubt, dass ich das nie, nie niemals schaffen würde.

Fragt mich nicht warum. Aber eines Abends dachte ich: „Du solltest nun endlich mal fasten. Das würde dir sicher gut tun.“ Am nächsten Tag begann das kleine Abenteuer. Ich hatten ja nichts zu verlieren. Allein an Erfahrung konnte ich reicher werden.

Wir (zum Glück fastet Björn mit!) fasten nun zum zweiten Mal. Allerdings nutzen wir eine recht angenehme, leichte Fastenform. Das Saftfasten. Über den Tag verteilt, trinken wir einen Liter Gemüsesaft. Dazu etwa 2 Liter Tee oder Wasser. Wir fasten 5 Tage lang. Verglichen mit anderen Fastenmethoden, kann man das schon als „halb so wild“ bezeichnen.

Halb so wild. Joa. Wenn ich Björn das heute sagen würde (er hat heute seinen 2. Fastentag), würde ich ein hysterisches Lachen ernten. Ihm geht’s mies. Noch. Kopf. Laune. Und dann wünschten sich die Kinder auch noch Pommes zum Abend. Das freut die fastenden Eltern. In diesen Phasen enstehen dann meine zynischen Facebook Beiträge.

Machen wir uns nichts vor. Die eine oder andere Stunde, gerade in den ersten 2 Fastentagen, kämpft man schon ordentlich. Mit seinem Hunger. Mit sich selbst. Mit seinen Kopfschmerzen. Mit seinem Unmut. Und gerade deshalb hin und wieder auch mit seinen Mitmenschen.

Bis der Wendepunkt kommt. Der Wendepunkt der ganz sicher kommt. Meist zwischen dem 2. und 3. Tag. Von jetzt auf gleich fühlt man sich kräftig. Gesund. Ausgeschlafen. Man merkt kleine Veränderungen an seinem Körper. Bei mir, zum Beispiel, klärt sich sehr schnell das Hautbild.

Interessanterweise träume ich in den ersten 2 Tagen furchtbar viel und fühle mich dementsprechend am nächsten Morgen oft unausgeschlafen. Danach kehrt Ruhe ein. Ich schlafe ruhiger. Träume nicht mehr und fühle mich am nächsten Tag mehr als ausgeschlafen.

Ich habe festgestellt, dass mein Inneres verschiedene Phasen beim Fasten durchläuft:

Phase 1 (Entlastungstag und 1. Fastentag)

  1. Gedankenkarrussel – jeder Gedanke gilt der möglichen Essensbeschaffung und diffusen anderen Gedankenknoten
  2. Körperkarrussel – mein Kopf dröhnt, mein Körper ist müde
  3. Traumkarrussel – ich träume viel und schlafe schlecht

Phase 2 (ab dem 2. Fastentag)

  1. Gedankenruhe – ich denke kaum noch ans Essen, meine Gedanken werden insgesamt ruhiger
  2. Körperruhe – der Kopf ist frei, ich bin entspannter und fühle mich gut, Sport tut nun richtig gut
  3. Traumruhe – ich schlafe gut und bin morgens ausgeschlafen

Phase 3 (ab dem 5. Fastentag)

  1. Jetzt reicht‘s aber auch – her mit dem guten Essen

So oder so ähnlich empfinde ich die Fasterei. Ganz grundsätzlich als sehr klärend und reinigend. Sowohl auf körperlicher als auch seelischer Ebene.

Ja. So ist das bei mir.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Vielleicht ganz Gegenteilige?

Allen die sich gerne mit dem Thema beschäftigen möchten, lege ich folgende Arte Doku ans Herzen. (An der einen oder anderen Stelle ist der Beitrag sicher diskussionswürdig, insgesamt finde ich ihn aber sehr informativ und sachlich aufbereitet).

Liebe Grüße, Nina


8 Gedanken zu “Warum tust du dir das an? Warum ich faste.

  1. Ich habe mich noch nie mit dem Fasten befasst, aber schon ein paar Ernährungsweisen ausprobiert, darunter auch vegane Ernährung. Ich kann bestätigen, dass man etwas finden muss, was einem gut tut! Ich habe mich ohne Milch, Wurst und Käse so gut gefühlt! Das hätte ich nie gedacht. Ich liebe Käse und auch Fleisch esse ich sehr gerne. Da es aber eine sehr große Umstellung war und wir mitten in der Renovierung steckten bin ich nicht dabei geblieben. Jetzt bin ich in der 35. Woche schwanger und möchte wieder so lange wie möglich stillen, bei der Großen waren es 22 Monate… Also kann ich das Fasten wohl erst in über einem Jahr ausprobieren, wenn überhaupt vor dem Abstillen. Mit Saft und Tee könnte ich leben 😉 Wäre vielleicht auch ein guter Einstieg zurück zum veganen Essen. Oder zumindest „flexigan“ 😁

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  2. Liebe Nina! Ich habevor Jahren mal in der Vorosterzeit 3 Tage gefastet- also ganz ohne alles, nur Wasser!- und kann bestätigen, was Du schreibst. Nur mit der körperlichen Arbeit fand ich es irgendwann anstrengend, auch wenn der Kopf irgendwann mitgespielt hat. Irgendwie habe ich jetzt auch mal wieder Lust bekommen….

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