Warum ich an meinen Träumen zweifelte

Und dann kam der Zeitpunkt in meinem Leben, an dem ich begann Träume zuzulassen. Wilde Träume. Große Träume. Träume die zum Teil jeglicher Vernunft entbehrten.

Wann das war?

Als mir das Leben zeigte, dass Dinge möglich sind, die meine Vernunft niemals zu glauben gewagt hätte.

Die Geburt unseres ersten Kindes.

Ein Ereignis das größer war als ich mir jemals hätte vorstellen konnte.

Mein Kopf öffnete sich. Meine Gedanken weiteten sich. Ich ließ Träume zu. Wusste ich doch, dass da ganz sicher so viel mehr ist, das mit dem reinen Menschenverstand nicht greifbar ist.

Ich stieg aus meinem Job aus. Ein Vernunftsjob.

Träumte. Tanzte. Lebte. War frei. War anders. War lebendig.

Meine Ausbildung zur Heilpraktikerin. Eine besondere Zeit. Umgeben von Querdenkern. Freidenker. Träumern. Und Tänzern. Sie nahmen mich mit in ihre Welt. Eine schöne, lebendige und bunte Welt. In der ich mich wohlfühlte. In der ich ganz wurde.

Ich hörte nicht auf zu Träumen. Warum auch?

Ich wollte Medizin studieren. Unser Körper. So unfassbar großartig. Ein Wunder. Größer als wir. Faszination. Ja. Das wollte ich. Wissen. Mehr wissen um mehr bewirken zu können. Um die Medizin verändern zu können. Um sie menschlicher zu machen. Heilsamer. Ganzheitlicher.

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Es klappte. Ich bekam die einzigartige Möglichkeit, meinen Träumen näher zu kommen. Medizin studieren.

So wurde ich wieder in eine neue Welt geboren. Eine Welt voller Wissen, Verstand und unbändigem jungen Blut. Fakten. Wissenschaft.

Ich taumelte.

Die Stimmen um mich herum fragten immer wieder: „Wie stellst du dir das vor? Als Mutter im Krankenhaus arbeiten? Überstunden? Überstunden? Unmenschliche Arbeitszeiten. Auf dem Zahnfleisch gehen. Vereinbarkeit? Große Fehlanzeige. Bist du nicht zu alt? Und überhaupt – glaubst du ernstahft, irgendetwas besser machen zu können? Willst du das?“

Nein. Nein. Seid still.

Eine Zeit der Leere. Des Taumelns.

Des Meditierens. Des zur Ruhe Kommens.

Und plötzlich erinnerte ich mich, warum ich das Studium begonnen hatte. Mehr wissen um mehr bewirken zu können. Um die Medizin verändern zu können. Um sie menschlicher zu machen. Heilsamer. Ganzheitlicher.

Und da bin ich immer noch. Mit mehr Zuversicht denn je.

Meine Kinder zeigten mir, was Träume sind.

Ich höre nicht auf zu träumen.


9 Gedanken zu “Warum ich an meinen Träumen zweifelte

  1. Träume fliegen höher, wenn sie ab und an in der Realität zwischenlanden. Ist ein bisschen so, wie eine Sonde duch das Einschwingen in eine Umlaufbahn neuen Schwung für neue Ziele holt. Viel Erfolg auf dem Weg zu dieser anspruchsvollen Berufung.

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