Kapitel 7: Warum Waldemar alles kacke findet #bloggeradvent

Kapitel 7

Es ist schon spät am Abend. Die untergehende Sonne verändert die Stimmung im Wald. Alles ist ruhig und still. Nur der Wind, der sich sanft durch die Baumkronen schwingt ist zu hören. Es klingt fast ein wenig, als würde er den Wald in Nachtmusik hüllen.

Der weiße Schnee lässt den Wald hell schimmern. Obwohl doch schon die Nacht darauf wartet, die Tiere und Menschenkinder in einen schönen Traum zu begleiten. Einzelne Schneesterne glitzern. Als hätte das Zauberstaubtäschen der Waldfee ein Loch gehabt. Ihr müsst wissen, dass es auf dieser Welt nichts Glitzerigeres gibt, als den Zauberstaub der Waldfeen.

Auch in der Höhle kehrt nun langsam Ruhe ein. Pino und Fritz sind froh, sich nun wieder auf ihre kleinen Ohren legen zu können. Dabei kuscheln sie sich fest an Bjarne, der schon tief schlummernd in der Ecke liegt. Dieser aufregende Tag hat ihn zum müdesten Bären aller Zeiten gemacht.

Nein! Was sehe ich denn da? Schau‘ mal – Lisbeth hat ihren großen Flügel sanft um den Fuchs gelegt, der es geniesst, nun warm und geschützt in seinen Traum zu tanzen.

Unterdessen haben es sich auch Erna, die Eule, und Bea und Bo gemütlich gemacht. Sie sitzen in einer riesig hohen Fichte, den Kopf in ihr Gefieder gesteckt. Dick aufgeplustert. Wüsste ich nicht, dass es unsere drei Freunde sind, würde ich denken, im Baum hängen komische, kleine Federbälle.

Aber moment. Hört ihr das? Nein. Jetzt ist es wieder weg.

Doch! Da! Aus Richtung des Höhleneingangs kam doch ein komisches Geräusch. Da! Schon wieder!

Auf dem plattgetretenen Schnee vor der Höhle, trottet ein schwarzer, grummelnder Käfer durch Bjarnes riesige Tatzenspur.

„Boah. Kack Schnee. Kack Kälte. Kack Winter. Ich habe Hunger. Kack, dollen Hunger. Und außerdem will ich doch auch zu diesem Fest. Dieses Weihnachtsdingensbummensfest. Aber mich übersieht ja wieder jeder. Oder glaubt ihr etwa, dass mich der Elch, oder Bjarne von da oben sehen können? Nix können die. Nie kann ich richtig helfen. Weil ich so klitziklein bin. Kack klein.“

käfer

Oh je. Der hat ja eine Laune. Bockig stellt er sich auf, stemmte seine zwei Vorderfüßchen in die Hüfte und schreit zickig in den Wald hinein: „Blööööööööööd! Alles blöd!“

„Na, na, na, na. Wer motzt denn hier so spät am Abend rum?“ Willi, in kleiner, freundlicher Waldwichtel kommt des Weges. Er ist kaum größer als der Käfer. In etwa so groß wie dein Daumen. Sein langer, weißer Bart reicht fast bis zum Boden. Gut, dass er ihn mit einer pinken Schleife etwas hochgebunden hat, damit er nicht ständig darüber stolpert. Eine rote Zipfelmütze aus Filz hält seinen Kopf warm. Seine kräftigen, kalten Fingerchen umklammerten einen Stapel Feuerholz, das er gerade in sein Baumstammhaus tragen wollte. „Was gibt es denn an einem so schönen, friedlichem Abend zu meckern? Und wer bist du überhaupt?“

zwerg

„Da. Siehst du! Da haben wir es ja.“, faucht der Käfer zurück. „Du kennst mich auch nicht. Niemand kennt mich. Weil ich so klein bin. Und außerdem ist mir kalt. Kack kalt.“

„Mein lieber Herr Gesangsverein!“, entgegnet der Waldwichtel. „Deine Laune ist ja zum Weglaufen. Kaum auszuhalten. Ich bin doch auch nicht viel größer als du. Wenn du dich jetzt mal etwas zusammenreißt, darfst du gerne mit in mein kuscheliges Haus kommen um dich etwas aufzuwärmen. Ich war gerade auf dem Heimweg und wollte es mir zuhause am Kamin gemütlich machen.“

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu dem wohl schönsten Baumstammhaus, das du je gesehen hast. Willi hatte sich in dem großen Stamm einer alten Fichte – übrigens in der, in der es sich auch Erna, Bo und Bea gemütlich gemacht hatten – ein traumhaftes Waldwichtelhaus gebaut.

Innen drin ist es warm. Im Kamin glimmt noch etwas Holz. Es riecht nach Zimt, Punsch und frischgebackenen Keksen. Eine kleine Uhr tickt leise.

haus

„Weißt du, ich liebe es, es mir in der Weihnachtszeit so richtig gemütlich zu machen!“, sagt Willi.

Die Augen des Käfers werden groß. Noch Größer. Er muss aufpassen, dass seine Augen nicht gleich rauskullern. So groß werden sie.

„Weih-, Weih-, Weihnachtszeit? Du weißt also, was dieses Weihnachtsdingensbummens ist?“, fragt der Käfer ungläubig.

„Na klar weiß ich das. Wir Waldwichtel sind viel bei den Menschen. Manchmal helfen wir sogar dem Christkind dabei, die Geschenke zu den Kindern zu bringen.“, flötet Willi daher, als wäre es das Normalste auf der Welt.

„Christkind? Geschenke?“ Unserem Käferchen wird ganz schwindelig vor Aufregung.

Willi legt etwas Holz in den Kamin und unterbricht die Fragen des Käfer: „Aber jetzt sag mir doch erstmal, wer du bist? Und warum du gerade so furchtbar motzig warst. Du hast mir ja deinen Namen noch gar nicht verraten.“

Kleine Funken springen aus dem Kamin. Es knistert und knackt. Wie warm es wird. Willi reicht dem Käfer einen warmen Punsch.

„Ich. Ich bin Waldemar. Ein kleiner Waldmistkäfer. Ein frierender, hungriger Waldmistkäfer.“, beginnt er. „Weißt du, die Waldtiere veranstalten morgen ein Fest, bei dem sie ihr gesammeltes Futter gerecht untereinander verteilen werden. Und ich… Ich würde so gerne dorthin. Aber ich kann doch gar nichts sammeln. So klein bin ich. Der Bär, der Elch. Wie soll ich denn so große Portionen sammeln, dass die Tiere davon satt werden können?“, die Worte platzen nur so aus Waldemar heraus. Es tut ihm gut, in Willis verständnisvolle, schlaue Augen zu schauen. Übrigens – Willi hat ganz dunkelbraune Augen. Fast so wie ein Reh.

„Aber Waldmar“, sagt der Wichtel, „jetzt beruhige dich erstmal. Warum interessierte es dich eigentlich gerade so sehr, was Weihnachten ist?“

„Nun. Morgen, beim Verteilen des Futters, möchten die Waldtiere ein Fest veranstalten. Ähnlich, wie es die Menschen auch machen. Viele Tiere haben schon Dinge dafür gesammelt. Bjarne hat einen schöne Tanne mitgebracht, Bea und Bo einen Stern, Eika eine rote Glitzerkugel.“, erzählt der Käfer. „Aber keiner weiß so recht, was genau wir damit machen sollen. Und warum überhaupt! Tja, und ich. Ich kann wohl nichts dazu beitragen.“ Waldemar lässt seine kleinen Fühler traurig hängen. So tief, dass ein Fühlerchen in seinem Punsch landet.

Der Wichtel schmunzelt, wissend dass er ganz genau weiß, was Waldemar zu dem Fest mitbringen kann.

„Ich habe eine Idee“, beginnt er. „Du musst wissen, dass die Menschen sich zu Weihnachten besonders viel Zeit füreinander nehmen. Sie erzählen sich Geschichten. Tragen Gedichte vor. Und genau das, kannst du doch auch tun. Du kannst den Tieren ein Weihnachtsgedicht mitbringen. Worte sind die liebsten Geschenke unter den Menschen. Da wird es den Tieren nicht anders gehen. Und ganz nebenbei, kannst du allen erzählen, was es mit Weihnachten auf sich hat. Denn das verrate ich dir jetzt. Aber vorher holen wir uns eine große Portion Kekse.“

Der Duft von frischen Keksen durchströmt den Raum, als unser Waldwichtel zu erzählen beginnt…

Morgen geht es für euch in der guten Kinderstube weiter.

Was bisher geschah:

Kapitel 1, geschrieben von Sarah (mamgogik.de)

Kapitel 2, geschrieben von Birgit (Muttis Nähkästchen)

Kapitel 3, geschrieben von Ann-Kathrin (munchkinshappyplace.blogspot.de)

Kapitel 4, geschrieben von Steffi (Kiwimama.de)

Kapitel 5, geschrieben von Sarah (www.zwergenzimmerchen.de)

Kapitel 6, geschrieben von Kathrin von (www.oeko-hippie-rabenmuetter.de)

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4 Gedanken zu “Kapitel 7: Warum Waldemar alles kacke findet #bloggeradvent

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