Semesterresümée und Unialltag

So manche die meinen Blog seit einiger Zeit verfolgen fragten mich, wie es denn jetzt nun so ist. Als studierende Mama. (Für meine neuen Leser – hier und hier findet ihr noch ein paar Details zu meinem etwas bunteren Lebenslauf und wie es dazu kam, dass ich wieder zur Studentin geworden bin.)

Was soll ich sagen – es ist einfach wunderbar! Ich habe nach wie vor das Gefühl, mein Hobby leben zu dürfen. Und das ist vermutlich eines der besten Gefühle die man haben kann. Natürlich ist es phasenweise anstrengend, natürlich weiß ich manchmal nicht, wo mir der Kopf steht und natürlich bin ich manchmal zerrissen zwischen „Du musst eigentlich noch lernen“ und „Aber die Kinder möchte doch so gerne zum Spielplatz“. Aber hey – welcher berufstätigen Mama geht es anders? Bitte mal ganz laut HIER! rufen.

Mein Resümée nach einem Semester – studieren ist wie selbstständig sein. Du hast viel zu tun, darfst aber das tun, was du tun möchtest und das (zumeist) zu sehr flexiblen Zeiten. Besser geht es für mich, als Mama, nicht.

Nun habe ich aber auch den großen Vorteil an einer Uni lernen zu dürfen, die sehr viel Wert auf Selbststudium legt. Das kommt mir wie gerufen.

Was mir zu Beginn des Studiums ein wenig im Magen lag, war natürlich der deutliche Altersunterschied. Ich bin mit 33 Jahren deutlich älter, als der Großteil meiner Kommilitonen. Aber ganz ehrlich – das ist nur ein Thema, wenn man eins daraus macht. Meistens mache ich keins daraus 😉

Ich selber bin froh, erst jetzt Medizin zu studieren. Mein Leben bisher und vor allem mein Leben als Mama, haben mir eine wichtige Lektionen beigebracht, die mich unter‘m Semester wahnsinnig entspannt sein lässt:

Solange meine Liebsten gesund sind, kann mich nichts aus der Bahn werfen.

Ich mache mir wenige bis keine Gedanken über bestandene/ nicht bestandene Prüfungen, gute oder weniger gute Vorträge die zu halten sind, gute oder weniger gute Hausarbeiten. Den unnötigen Stress, den ich mir in jüngeren Jahren mit diesen Sachen gemacht habe, lässt mich heute nur müde lächeln.

Jetzt im 2. Semester habe ich zwei lange Uni Tage in der Woche. An den anderen Tagen habe ich frei bzw. „Lernzeit“, die ich mir zuhause frei einteilen kann. Im 1. Semester war es ähnlich.

Und weil Worte manchmal trocken sind, nehme ich euch jetzt einfach durch Bilder mit in meinen heutigen Unialltag:

Unser Tag beginnt um 06:30h. Sollte er zumindestens. Vor 06:45h bekomme ich aber meinen Allerwertesten nie aus dem Bett geschwungen. Dann werden die Kurzen geweckt und ab geht es für alle ins Bad. Für mich dann meistens nach unten um die Frühstückboxen zu packen.

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Ein Bad.
Anhang 2
Wäsche. Bedrohlich.

Auf dem Weg nach unten, ignoriere ich gekonnt die Wäsche, die so bedrohlich in der Ecke auf mich wartet.

Unser Schulkind verlässt um 07:30h das Haus und Björn bringt unsere Kleine in den Kindergarten.

Nun habe ich bis 10:20h etwas Zeit zum Lernen und dann mache ich mich auf den Weg zur Uni. Von Mittwoch Mittag bis Abend kümmert sich mein Papa um die Kinder, so dass ich Mittags nicht heimdüsen muss. (Das mache ich Dienstags immer. Da eine Strecke mal schlappe 28km sind, ist das ganz schön äh. Aber watt mutt, datt mutt.)

Von 11:00h – 12:00h habe ich meine erste Vorlesung. Histologie.

Ein Foto.
Ein Foto.

Wir schauen uns heute den mikroskopischen Aufbau der Gallenblase an. Den wolltet ihr doch auch schon immer mal sehen? Nicht?

Anhang 4
Wie sie sehen, sehen sie nichts.

Weiter geht es um 12:45h mit Biochemie. Und ob ihr es glaubt oder nicht, Biochemie kann wirklich abgefahren spannend sein.

Biochemie Folien erspare ich euch dennoch. Aber schaut mal, wir haben in vielen Unterrichtsräumen Klaviere stehen, die man jederzeit benutzen kann. Öko Uni <3
Biochemie Folien erspare ich euch dennoch. Aber schaut mal, wir haben in vielen Unterrichtsräumen Klaviere stehen, die man jederzeit benutzen kann. Öko Uni ❤

Ab 14:00h habe ich eine lange Pause, in der ich meist spazieren gehe, etwas esse und ein wenig lerne.

Anhang 6

Oder so wie heute – einen Blogartikel schreibe.

Anhang 7
Nina an Laptop.

Um 15:30h hüpfe ich in eine Vorlesung zum Thema „Realität der Massenmedien„. Unsere Uni sieht es vor, das wir Kurse aus dem sogenannten Studium fundamentale besuchen. Ziel ist es, dass sich in diesen Kursen Studenten aller Fakultäten treffen, und gemeinsam an Dingen arbeiten, die nichts mit ihrem eigentlichen Studiengang zu tun haben. Dazu gibt es ein wahnsinng breit gefächertes Angebot an unterschiedlichsten Veranstaltungen. Es gibt zum Beispiel folgende Kurse: Gärtnern (jop, alle gehen zusammen auf ein riesiges Gartengelände und kümmern sich um die Flächen), Meditation, Selbstfindungskurse, Kurse die sich mit politischen Fragen beschäftigen, Zeichnen, und und und. Es gibt so viele Kurse die ich dort gerne besuchen würde. Leider ist meine Zeit natürlich stark eingeschränkt. So besuche ich meistens Veranstaltungen, die für mich zeitlich gut liegen.

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Schaut. Der Pott kann auch grün.

Die Vorlesung geht bis 17:00h und ich hechte direkt durch zum anderen Gebäude, in dem um 17:00h das Herzstück von Witten beginnt. Unser POL Kurs. POL steht für problemorientiertes Lernen. In Kleingruppen zu 6 Studenten, bekommen wir einen Patientenfall geschildert. Anhand der Symptome erarbeiten wir Hypothesen, welche Erkrankung der Patient haben könnte. Anschließend erstellen wir Kausalketten, um die Symptome zu erklären. Ein Student dieser Gruppe muss übrigens immer etwas zu Essen mitbringen. Für alle. Versteht sich.

Schön.
Schön.

Während dieser Sitzung werden Lernziele definiert, die dann in den kommenden Tagen Inhalte der Vorlesungen sein werden. Wir lernen also sehr praxisnah. Und das macht einfach wahnsinnig viel Spaß.

Um 19:00h endet mein Mittwoch. Dann fahre ich nach Hause und wenn der Stau nicht allzu lang ist, schaffe ich es sogar noch, meinen zwei Mäusen einen dicken Gute Nacht Kuss zu geben <3.

Den gebe ich euch jetzt auch! :-* Ob ihr wollt oder nicht.

Schlaft gut!

 


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