Wortjäger

Ich bin Bauchbloggerin. Ich schreibe sobald die Worte kommen. Dann veröffentliche ich sie auch direkt. Ohne lange darüber nachzudenken, ohne besonders lange Korrekur zu lesen. Was raus muss, muss raus. Auf Vorrat schreiben mag ich nicht. Wenn nüx da ist, ist eben nüx da.

Ebenso egal sind mir die Uhrzeiten. Meine Worte kommen in Ruhezeiten. Abends. Nachts. Dann ist wenig auf Facebook los. Dann gibt’s weniger Leserzugriffe. You know what? I so what von don’t care. I care schon, ob ihr meine Texte mögt, dass freut mich natürlich immer sehr. Aber… Ihr wisst schon. Es gibt Wichtigeres als Leserzahlen.

Momentan sind sehr viele Worte da. Ich hatte wohl einen echten Wortstau. Also kommt hier schon wieder ein Text der unbedingt raus wollte.

WORTJÄGER

Quelle: Pixabay
Quelle: Pixabay

Der Wortjäger ist eine scheue Spezies. Er zieht sich gern zurück. In die Höhle, in den Wald, ins Bett. Allein lässt es sich besser jagen. Die Worte. Sie haben es ihm angetan. Leise schleicht er umher, um sie zu finden. Doch sie sind ebenso scheu wie er. Scheuer noch. Die Worte. Sie lassen sich kurz blicken. Blenden sein Auge durch ihren hellen Blitz. Mit viel Glück kann er fühlen, manchmal sogar lesen, was sie bedeuten. Nur mit viel Glück. Manchmal bleibt er mit einem schwarzen Fleck im Sichtfeld zurück. Allein.

Die Wortblitze erwärmen sein Herz. Seine Pupillen weiten sich, seine Atmung will schnell. Und das obwohl er weiß, dass genau das seine Worte aufscheuchen wird. Er will sie haben und auf sein Papier bringen. Doch das wollen sie nicht. Sie wollen nicht bleiben. Sie wollen kommen und gehen. Wie seine Gefühle. Kommen und gehen.

So muss er sich zügeln. Zur Ruhe kommen. Bis die Worte zu ihm kommen. Manchmal kann er nach ihnen greifen und sie sacht in ihr Papierbett legen. Wenn er viel Glück hat. In ganz besonderen Momenten kommen sie sogar in Sätzen. So legen sich manchmal Sätze auf sein Papier. Von ganz allein. Er muss nichts tun. Außer fühlen.

Nach und nach. Wort für Wort. Buchstabe für Buchstabe. Schwung für Schwung. Kommen sie bei ihm an. Und bleiben. Dann geht es ihm gut. Dann wird er bunt. Von innen. Bunt und warm. Verrückt fühlt er sich dann. Weiß er doch, niemand wird ihn verstehen können. Nur andere Wortjäger. Vielleicht. Nur gibt es von denen so furchtbar wenige. Oder?

Kennt jemand von euch das Wortjäger-Gefühl?

Kommt gut in die Nacht und genießt die Stille.

Nina


8 Gedanken zu “Wortjäger

  1. Herrlich! Du kleine Poetin und Wortbild-Malerin ❤ Ei kär so matsch äbaut ju & jor (warte jetzt wird's schwer) sohts!

    Aber sach mal, was meinst denn damit:"Dann ist wenig auf Facebook los?" Bin ich dann immer allein? Das macht mir angst… sollte ich ins Bett?

    Gefällt 2 Personen

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