Warum ich wieder blogge? Ein Erklärungsversuch.

Ein gutes halbes Jahr ist es nun her, dass ich mich dazu entschieden habe den Blog ruhen zu lassen. Und das war wirklich gut so. Lange war ich mir sicher, dass es so besser ist, obwohl ich das Schreiben sehr vermisst habe. Ich habe es aber einfach nicht geschafft, mich von dem Drumherum unter Druck setzen zu lassen.

Ich denke, jetzt kann ich es. Jetzt bin ich bereit. Mein Blog ist nun „nur noch“ mein Blog. Mein Seelenreiniger, meine Austauschplattform mit tollen Menschen. Um mehr geht es hier nicht. Und ich freue mich, wenn es euch dennoch hier gefällt.

Wie kam es nun also dazu, dass ich jetzt bereit für den Blog bin?

Ich ging voller Vorfreude ins neue Jahr, voller Hoffnungen. Ich fühlte mich in „meiner Mitte“. Fühlte mich auf dem richtigen Weg. So wohl wie nie zuvor. Doch dann brachte das Jahr viel mit sich. Viele Tränen, viel Krankheit, viel Leid, viel Sterben, viel Neues. Im nahen Familienkreis und Umkreis. Manches davon war schon zum Ende des letzten Jahres absehbar. Manches nicht.

Sizilien 2015. Das Wetter spiegelte meine Stimmung wunderbar wieder.
Sizilien 2015. Das Wetter spiegelte meine Stimmung wunderbar wieder.

Phasenweise fühlte es sich nach einem bodenlosen Durcheinander an. Von außen bin ich die, die ich im Januar noch war. Gut, vielleicht eine Falte und ein graues Haar mehr. Aber von innen… Muss ich mich gerade erst wieder neu kennenlernen. Parallel muss ich für die Kinder da sein und sie ebenso in ihrer Neufindung begleiten. Das klappt mal mehr, mal weniger gut.

Das Leben verändert uns. Und das ist gut so. Wenn auch streckenweise sehr, sehr schwer.

Momentan sind wir schon wieder in ruhigeren Fahrwassern angekommen. Die Erfahrungen nimmt uns aber keiner. Nicht den Schmerz, nicht die Sorgen, nicht die Angst. Wir haben Neues gelernt. Wir gehen mit anderen Augen durchs Leben. Wir fühlen neu. Wir bewerten neu. Und vor allem – wir urteilen weniger.

Manchmal aber, meist wenn die Dunkelheit mit ihrem Vorhang die Nacht ankündigt, kommt die aufdringliche Angst. Eine überzogene, lächerlich große Angst. So groß, dass man sie gar nicht ernst nehmen kann. Aber sie ist da. Kürzlich las ich einen damaligen Blogbeitrag von mir in dem ich über den Umgang mit Trauer sprach. Ich mag ihn nach wie vor. Und er beschreibt nach wie vor sehr gut, wie ich auch in Zukunft mit solchen schweren Gefühlen umgehen möchte. Auch wenn das nicht immer einfach ist.

Was für mich persönlich erschwerend hinzukam, waren die kurzen Zweifel, ob mein Medizinstudium mir gut tut. Diese Zweifel erschreckten mich.

Aber heute weiß ich nur noch viel, viel mehr, dass ich genau das Richtige tue. Auch wenn es nicht immer einfach sein wird. Ich werde lernen, mich bis zu einem professionellen Niveau von Patienten distanzieren zu können, ohne dabei den Menschen zu übersehen. Ohne zu übersehen, dass auch ich nur ein Mensch mit Gefühlen bin, dem das mal mehr, mal weniger gut gelingen wird.

Nein, der „erste“ Blogeintrag ist also kein besonders fluffiger. Aber auch die leichten Zeiten werden wieder kommen. Ich fühle sie schon.

Oh, ihr glaubt nicht, wie gut es tut, diese Worte ausgespuckt zu haben.

Willkommen zurück! Ich freue mich sehr, dass ich hier viele „alte“ Bekannte schon wieder getroffen habe. Ihr treuen Seelen.

Ich grüße euch herzlich! Nina


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