Wir versuchen zu fasten – Teil 1

So, ihr Hasen. Wie versprochen, nehme ich euch mit auf den ersten Teil unserer Fastentour. Wenn ihr wollt. Denn das wird nicht durchweg schön. Fragt meinen Mann. Wenn ich hungrig bin, dann… Werde ich sehr hangry. Die Definition von hangry lautet übrigens wie folgt: “When you are so hungry that your lack of food causes you to become angry, frustrated or both.” Und ich war bin beides.

Da das Fastenerlebnis für jeden ganz unterschiedlich ist, werden wir zu zweit darüber bloggen. Björn, mein Mann, den ich euch bisher noch gar nicht richtig vorgestellt habe, darf also auch zu Wort kommen. Ich finde das unfassbar großzügig von mir. Seine Worte sind farblich abgesetzt.

Wie es zum Fasten kam?

Fasten wollten wir schon immer mal. Rein aus gesundheitlichen Gründen. Dementsprechend haben wir viel gelesen und gelesen und gelesen. Und sind nie gestartet. Ich würde behaupten, durch einen Info-Overload. Es gibt so viele verschieden Varianten zu fasten, dass wir irgendwann nur noch dachten: „Na ja. Irgendwann, wenn wir da mal durchsteigen, machen wir es dann. Und wenn wir Zeit haben. Am besten im Urlaub.“ So gingen die Jahre ins Land. Denn Eines war für mich immer klar. Im Urlaub, möchte ich nicht auf gutes Essen verzichten.

Vorgestern stand er dann vor mir! Der Fastenkasten. (An dieser Stelle sei gesagt, dass dieser Post nicht gesponsert ist). Mit Anleitung zum Fasten (die findet ihr übrigens auch hier: http://www.voelkeljuice.de/saftfasten/). Das klang alles so einfach und leicht, dass ich mich kurzerhand entschieden habe zwei Kästen mitzunehmen. Björn muss da natürlich mit mir gemeinsam durch. Und damit das alles für uns noch verbindlicher wird, habe ich euch davon erzählt. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir werden also während unseres ganz normalen (Arbeits-)Alltag fasten. Ob das klappt? Werden wir sehen.

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Die benötigten Produkte für den Entlastungstag und die Aufbautage.

Gestern war unser ENTLASTUNGSTAG. Wir haben uns an die Anleitung gehalten und durften:

Morgens 1 Glas Sauerkrautsaft und eine kleine Portion Müsli mit frischem Obst essen. Gut, was eine kleine Portion ist, durfte man ja zum Glück noch selbst definieren 😉

(Björn) Den ENTlastungstag mit einem Glas Sauerkrautsaft beginnen zu dürfen trennt schon mal die Spreu vom Weizen. Wer sich danach nicht BElastet fühlt, herzlichen Glückwunsch. Spaß ist anders. Wer danach weiter macht, meint es ernst(er). Na ja, wenigstens wurde das Obst im Müsli mit ausreichend Schoki ertrunken.

imageAnschließend sind wir in einen Möbeltempel gefahren. Furchtbar war es für mich. Nicht nur wegen der Möbel. Überall roch es nach Essen. Und Pommes. Und Quarkbällchen. Völlig frustriert fuhren wir zurück, wissend, dass ich die Fastenwoche wohl niemals durchhalten könnte. Mein Mann war ganz entspannt und meinte, Witze auf meine Kosten machen zu dürfen. Lustig. Der.

(Björn) Weichei. Meint mich freitags abends nach einer anstrengenden Woche um halb acht mit der Vorstellung vom Fasten ab dem nächsten Morgen überfallen zu müssen, und kaum sagt man zu, darf man sich nach nem halben Tag das Gejammer anhören.

Zuhause angekommen, freute ich mich, endlich wieder was essen zu dürfen.

imageMittags sollten wir eine Portion Rohkost, Hirsebrei mit Mandelmilch und Rosinen essen. Rosinen gehen für mich leider so gar nicht. Bäh. „Ist ja nur heute. Morgen kannst‘e dann ‚ne Portion Luft essen.“ Zu diesem Zeitpunkt durfte mein Mann noch Scherze reißen, ohne von mir körperlich angegriffen zu werden. Der Hirsebrei (Björn: es war Chufli (Teffbrei) mit Hirseflocken) mit Mandelmilch war erstaunlich lecker. Ich muss zugeben, danach war ich wirklich satt.

(Björn) Ich wusste gar nicht, dass ich Rosinen mag. Sonst popel ich die aus allem raus. Aber diesmal waren Sie echt lecker. Mag an den ‚Bio-Öko-demeter-freiwillig -vom Strauch-gefallenen-Weintrauben-vom-sonnenverwöhnten-Südhang-ungeschwefelt‘ liegen. War in der Fast-Anleitung mir unverständlicherweise als ‚Nachtisch‘ aufgeführt. Für meinen Geschmack für einen Nachtisch zu wenig Sahne.

Dann kamen die Kopfschmerzen. Und sie blieben. Seit ich im Praktikum bin, ist das leider keine Seltenheit. Ich schlug mich durch den Rest des Tages. Mehr schlecht als recht. Auch der Abend war schrecklich. Ich war müde, hatte weiterhin Kopfschmerzen und konnte an nichts anderes als an’s Essen denken. Ich war kurz davor, den Kindern ihr Käsebrot zu klauen. Mir lief das Wasser im Mund zusammen. Was hätte ich für ein Käsebrot gegeben?

Ich dagegen, durfte abends nur einen Obstsalat mit Leinsamen, 1 Knäckebrot mit Tomaten und Gurken essen.

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Der Fuchs unter euch sieht, dass das Knäckebort auf dem Bild fehlt. Ich konnte mich leider nicht mehr zurück halten…

Mir ging es so furchtbar, dass mein Mann Mitleid bekam. Und das soll was heißen. Echt! Um 20 Uhr war ich gleichzeitig mit den Kindern im Bett verschwunden.

(Björn) Wer meine Frau kennt, weiß‘, was ich bis dahin durchmachen durfte. Zugegebenermaßen läuft das Spielchen andersrum, wenn ICH mal so richtig krank bin (Anflug eines leichten Schnupfens oder am Papier geschnitten – aus meiner Sicht ein eindeutiges Zeichen des nahenden Todes). Wohlwissend, dass das Knäckebrot für lange Zeit die letzte feste Nahrung sein dürfte, wandelte der Geschmack sich umgehend in eine orgiastische Geschmacksbombe aus Knäcke und Brot. Hossa!

Der 1. FASTENTAG:

Chapeau. Die Kinder haben uns durchschlafen lassen. Immerhin bis 06.30 Uhr. Ich wurde wach, mit klarem Kopf, voller Energie und mit nur einem Mini-Hüngerchen. Die größte Herausforderung war es, nicht das Weiße aus dem Brötchen der Mädels raus zu pulen. Oder mir mal eben schnell ’ne Weintraube einzuwerfen.

Aber dann. Aber dann. Griff ich zu meinem ersten Glas Gemüsesaft. An den Fastentagen sollen wir 1L Gemüsesaft trinken, zusätzlich 1,5-2 L Wasser oder Tee. Es war furchtbar. Für mich ist das Hauptproblem, dass Möhrensäfte für mich immer einen Kotzgeschmack haben. Und in den meisten Säften im Kasten, sind Möhren mit drin. Und jetzt? Muss ich da wohl durch! Nase zu und runter mit dem Zeug.

image Björn ging es heute schlecht. Er jammerte den ganzen Tag rum. Hatte Kopf und wollte nur schlafen.

(Björn) Etwas zeitversetzt hab ich nun Kopf. Aber richtig. Zum Glück lässt mich Frau erstmal morgens liegen. Danach nicht besser. Das zweite Glas Sauerkrautsaft ist auch eher was gegen Parasiten. Danach literweise Wasser und Tee. Und Gemüsesäfte. Ich mag’s. Es läuft. Kopfschmerz bleibt zwar inkl. Müdigkeit bis zum Abend, aber ansonsten mental top. Ich zieh das durch. Frau jammert. Spricht von „dem Griechen“ oder „nur ein halbes Brötchen mit Ei…………. und dann zum Griechen“ und „ich kann nicht mehr“. Aus der Nummer kommt Sie jetzt nicht mehr raus. Wer hat angefangen….? Ne andere Nummer wird die Arbeitswoche. Für uns Beide. Für die Kinder könnte das eine Live-Mediatorenausbildung light werden.

Nachdem ich gerade ein fürchterliches „Kurz vor’m Käsebrot“-Tief hatte, geht es mir jetzt wieder besser. Ich gehe jetzt aber doch lieber schlafen. Sonst passiert heute noch ein Unglück.

Wie es weiter geht, lassen wir euch ganz bald wissen.

Lasst es euch bis dahin gut schmecken. Wir glauben nämlich ganz fest an die telepathischen Fähigkeiten eurer Geschmacksknopsen.

Nina & Björn


16 Gedanken zu “Wir versuchen zu fasten – Teil 1

  1. Nina, Ihr schafft das!! Habe das auch schon gemacht (allerdings beginend mit Glaubersalz und das ist so, als würdest Du das Waschmitel nicht in die Maschine sondern in den Mund werfen..). Spätestens (!) in 2 Tagen wird es Euch absolut gut gehen, Ihr werdet Euch fit fühlen und ohne das Gefühl essen zu müssen. Ihr werdet sehen wieviel Zeit Ihr zusätzlich habt, weil Ihr nicht ständig um Essen herumlauft oder daran denkt. Ich denke an Euch! Und daran es auch zu tun. Ohne Waschmittel, stattdessen mit Eurem Kästchen ; )

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    1. Daaanke, für deine aufbauenden Worte. Es tut immer wieder gut zu hören, dass es ganz bald besser werden soll. So ein klein wenig, tut es das auch schon. Ich hoffe so sehr, dass ich durchhalte. Björn ist da ziemlich knallhart. Der zieht mich hoffentlich mit durch 😄
      Wenn du es auch mal mit diesem Kasten probieren magst, warte vielleicht noch ein wenig.
      Ich habe gestern mal bei Voelkel angefragt, ob ich zwei Kästen verlosen könnte. Heute habe ich die Zusage bekommen. In den nächsten Tagen, werde ich also zwei Kästen, an einen Gewinner verschenken.
      Ich grüße dich!

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    1. Ach, weißt du, wir amüsieren uns selber köstlich. Gemeinsam isset doch dann noch viel schöner.
      Wenn ich Björn anraunze, kann ich das jetzt immer auf’s Fasten schieben. Dann ist es schon wieder halb so wild. Scheint ein echter Beziehungsretter zu sein. Das Fasten. Mal schauen, ob wir den zweiten Teil gemeinsam oder getrennt schreiben werden.
      Grüße von hier an dich/euch!

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  2. Hui. Eine ganze Woche ohne Käsebrot? Von Schokolade gar nicht zu reden? Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht … Spaß klingt anders. Respekt vor dem ersten Schritt, es heisst doch immer nach Tag 3 ist alles total entspannt, in diesem Sinne alles Gute 😉

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    1. Danke 🙂 Gerade geht es wieder ganz gut. Das ist ein Wechselbad der Gefühle. Mir scheint aber, als würde es tatsächlich etwas bergauf gehen. Gerade bin ich an einem Quarkbällchen Stand vorbeigekommen, ohne das mir der Sabber aus dem Mundwinkel lief 😄 Sind ja nur noch 3,5 Tage…

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