Schule heute – Schule morgen. Gedanken und Lösungsansätze.

Kürzlich, in einem meiner regelmäßig auftreten Wutanfälle über unser Schulsystem (ja, ich finde auch wir Eltern dürfen Wutanfälle bzw. ORIENTIERUNGSanfälle haben), fragte ich, wie es euch mit diesem Thema geht.

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Quelle: Pixabay

Daraufhin bekam ich zwei schöne, konstruktive, wunderbartollefantastische Rückmeldungen, die ich Wort für Wort wiedergeben möchte, weil sie mir aus dem Herzen sprechen.

Die liebe Julia aus „Der guten Kinderstube“ wünscht sich folgendes:

  1. Keine Noten, kein Vergleich, keine Belohnungen – no competition, zumindest diese nicht fördern.
  2. Lehrer, die für ihre Themen so brennen, dass sie die Kinder allein dadurch motivieren.
  3. Eltern, die ihre Kinder nicht nur funktionierend sehen wollen und so wahnsinnig ambitionierte Pläne haben.
  4. Einen flexibleren, lebensnäheren Lehrplan.
  5. Lernen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, statt nach überholten Traditionen, die funktionierende Arbeitsbienen erschaffen sollten.
  6. Fächer wie Selbsterfahrung, Umgang mit Emotionen, Gewaltfreie Kommunikation, sich strukturieren…
  7. Unterstützung und Supervision für Lehrer!
  8. Keine 45 Min-Einheiten in großen Gruppen, sondern flexible Zeitgestaltung je nach Thema.
  9. Kein Druck, dass das Leben quasi zu Ende ist, wenn man kein Abitur hat und “nichts erreicht”.
  10. Mehr Respekt und Lehrer, die Autorität haben, weil sie kompetent sind, nicht weil sie die Macht haben.

Und dann schrieb mir noch meine liebste Freundin Marion. Die Vollblut-Pädagogin ist. Ja, ja. Du wirst mich auslachen für diese Worte. Ich kenne dich 😉 Ihr müsst wissen, dass Marions Sohn, quasi auch meiner ist. So ein bisschen. Wir sehen uns fast täglich, da wir im Grunde genommen, unsere eigene, höchtswunderbare, pädagogisch voll durchdachte (weil mit Herz geführte!) OGS (Offene Ganztagsschule) gegründet haben. Nur für uns. Ganz nach dem Motto „Es braucht ein Dorf um Kinder groß werden zu lassen“.

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Das ist sie übrigens. Also, die mit der Brille. Die mit den zierenden Augenfalten bin ich.

Marion – der folgende virtuelle Raum gehört allein deinen Worten:

„Vor einigen Wochen rief meine Freundin Nina von Gedankenpotpourri in einem Artikel dazu auf, die eigenen Gedanken über unser heutiges Schulsystem mit ihr zu teilen. Gerne folge ich ihrem Aufruf. Kurz zu mir: ich nähere mich diesem Thema aus drei Richtungen: 1. als Mama eines frisch eingeschulten Kindes, 2. als Diplom-Pädagogin in der Arbeit mit Kindergarten- und Schulkindern und 3. als Tochter einer Realschullehrerin. Alle drei Faktoren haben maßgeblich zu meiner Einstellung beigetragen, wobei natürlich mein täglicher, beruflich bedingter Umgang mit Schulen, Lehrern und pädagogischen Konzepten am entscheidendsten ist.

Ich arbeite schon seit ca. 15 Jahren als Pädagogin und durfte dabei viele unterschiedliche Konzepte und Einstellungen zum Thema Kindererziehung kennen lernen. Lange Zeit habe ich traditionelle Konzepte und Strukturen nicht in Frage gestellt, erst seit ich selbst Mama wurde und außerdem in einem offenen Kindergarten arbeite, fing ich an, kritischer zu werden. Offen heißt hierbei sowohl innerlich und äußerlich geöffnet – unsere Türen sind immer auf, es gibt keine Gruppen, sondern sehr viel Freiraum. Innerlich geöffnet bedeutet, dass man sich als Erzieher zunächst mal von der Vorstellung verabschiedet, man könnte ein Kind durch die richtige Anleitung in eine bestimmte – von Erwachsenen definierte – Richtung „schubsen“ -Überzeugt von dem Gedanken, das Richtige zu tun. Stattdessen müssen wir aufhören, Kinder in vorgefertigte Schubladen zu pressen, denn die Praxis zeigt uns tagtäglich: sie passen dort nicht hinein. Ihre Vielfältigkeit, ihre unterschiedlichen Talente, ihre Interessen machen unsere Kinder zu einzigartigen Wesen, deren Vielschichtigkeit weit über das hinausgeht, was „Schule“ als erstrebenswert definiert.

zitat marion 1Mit Schule meine ich vorrangig unser SchulSYSTEM, nicht so sehr die Lehrer und Lehrerinnen, denn ich weiß, dass sich viele von ihnen mehr Flexibilität und Freiraum wünschen, um „ihren“ Kindern gerecht zu werden. Doch unsere Strukturen sind sehr festgefahren. Da gibt es schon Sprachtests für Vierjährige, bei denen Kinder gewissen, eng vorgegebenen Anforderungen genügen müssen. Tun sie es nicht, so werden diese Kinder aussortiert als sprachförderbedürftig. Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut nicht gegen eine früh beginnende Sprachförderung. Diese stelle ich nicht in Frage! Ich bezweifle jedoch, dass einmalige, so früh durchgeführte Tests (übrigens werden diese von völlig Fremden durchgeführt) geeignet sind, Sprachförderbedürftigkeit zu diagnostizieren. Häufig landen Kinder in dieser Schublade, die einfach nur keine Lust haben oder schüchtern sind und deshalb nicht sprechen wollen.

marion 2Später kommt die Einschulungsdiagnostik in der Schule selber. Auch hier: wissenschaftlich standardisierte Tests, die leider eines außer Acht lassen: dass es sich um Kinder handelt! Kinder funktionieren nicht auf Knopfdruck, schon gar nicht mit 5 Jahren. Auch hier ist das Ergebnis das gleiche: genügt ein Kind den starren Anforderungen nicht, so bekommt es gleich einen Eintrag in die Akte. Eine weitere Etikettierung ist erfolgt.
Diese Auflistung ließe sich noch lange weiterführen. In der Tat geht dieser systematische Prozess von Einstufung – und damit auch Etikettierung – in der Schule weiter. Die Auswirkungen auf das betroffene Kind können verheerend sein: man denke dabei zB an den „Spätzünder“, der auf eine Förderschule geschickt wird. An sich nicht schlimm – nur leider ist es bei uns sehr schwer, wieder zurück zu kommen, dh dieses Kind wird seine ganze Kraft aufbringen müssen, um doch noch einen Schulabschluss zu erreichen. Unser Schulsystem benötigt aber genau diese Differenzierung – und die damit verbundene Ausgrenzung, um zu funktionieren. Denn die Strukturen wie zB Klassengröße, Lehrpläne, spätere Studienplätze, brauchen ein System der frühen Differenzierung: es ist einfach nicht viel Spielraum vorhanden, um auf Individualität und Heterogenität innerhalb eines Klassenverbandes einzugehen: wer nicht reinpasst, bekommt schlechte Noten. Im schlimmsten Fall wird er aussortiert. Dies erzeugt einen hohen Leistungsdruck und Versagensängste, sowohl bei Kindern als auch Eltern! Denn sie wissen: gute Noten sind Voraussetzung für einen guten Ausbildungsplatz – und damit eine gesicherte Zukunft. Die Noten sind entscheidend – nicht all die verborgenen Talente, die in jedem Kind schlummern, aber vielleicht außerhalb dessen liegen, was Schule als anerkennungswürdig erachtet.

marion 3Ich denke, viele Eltern haben dies mittlerweile erkannt und aus diesem Grund boomen alternative Schulformen. Denn Kinder passen nicht in Schubladen.
Oft wird in Deutschland über die PISA-Studie diskutiert: warum schneidet Deutschland so schlecht ab? Die Antworten, die viele Experten darauf finden, sind häufig: noch mehr Tests, um noch mehr Förderung zu rechtfertigen, noch engere Grenzen, noch höhere Ansprüche. Man denke dabei nur an die Verkürzung der Gymnasialschulzeit auf acht Jahre (G8). Oder an das bundesweit sinkende Einschulungsalter. Hintergrund ist, dass man immer früher möglichst qualifizierte Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt haben möchte. Ich persönlich glaube, dass dieser Schuss nach hinten losgehen wird. Denn schaut man sich mal die in der PISA-Studie erfolgreichen Länder an (va Skandinavien), so wird eines deutlich:

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In diesen Ländern ist das Einschulungsalter sehr spät, Inklusion wird gelebt, nicht diskutiert, es gibt mehr Lehrer in einer kleineren Klasse, Kinder werden individuell gefördert. Eine so frühe Differenzierung – und damit leider auch Ausgrenzung – wie in Deutschland gibt es dort kaum. Hierzulande wird mit der Differenzierung in „gut“ und „schlecht“ schon vor der Einschulung begonnen. Mit ca 10 Jahren werden Kinder in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium eingeteilt. Damit teilt man leider auch in Gewinner und Verlierer der Gesellschaft ein.
Und in der Schule selber lernt man genau dies auch: ich muss besser sein als andere, um Erfolg zu haben. Dies drückt sich dann in den Noten aus, die Kinder in Hierarchien einteilen. Gemeinschaftssinn lernt man dadurch nicht.

marion 4Ein Patentrezept habe ich nicht. Ich denke aber, dass Reformen, wie zB das neue Inklusionsgesetz in NRW ein Anfang sind. Jedoch glaube ich auch, dass wir als Gesellschaft und Eltern gefragt sind, welche Werte wir unseren Kindern vermitteln wollen. Was wir genau als erfolgreiche Beschulung unserer Kinder ansehen. Ich glaube, dass wir grundsätzliche Veränderungen brauchen, was Strukturen betrifft, z.B.viel mehr Lehrer, mehr Pädagogik in deren Ausbildung, flexiblere, individuellere Lehrpläne. Ein bisschen weniger Hierarchie und mehr Demokratie in der Schule. Ein größeres VERTRAUEN in die Fähigkeiten aller Kinder. Eine Abkehr vom Schubladendenken und den Mut, individuelle Stärken auch außerhalb eines Lehrplanes anzuerkennen und zu fördern. Mehr Spielraum für Lehrer, sich an den gegenwärtigen Interessen eines Kindes anstatt an vorgegebenen Zeit- und Lehrplänen zu orientieren, um so Entwicklungspotentiale herauszukitzeln. Immer wieder hinterfragen, ob meine „Erwachsenen – Vorstellungen“ von Lerninhalten, (Test-)Ergebnissen etc. tatsächlich dem positiven Entwicklungsprozess des Kindes dienen. Hier sind wir ALLE gefragt – als Eltern, Erzieher, Lehrer, Gesellschaft, Politiker.

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Ich möchte betonen, dass ich mit diesem Artikel nicht polarisieren will, sondern nur meine Erfahrungen und Meinung darstellen; vielleicht einen Denkanstoß geben, ob unser Schulsystem, so wie es heute ist, noch zeitgemäß ist, oder ob es verbessert werden kann, zu Gunsten unserer Kinder. Albert Einstein hat meiner Meinung nach die Grundproblematik einmal treffend formuliert: „Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, dass er dumm ist.“

Liebe Marion, liebe Julia, ich danke euch von Herzen, für eure Worte!

Sacken lassen. Drüber nachdenken. Drüber sprechen. Besser machen. So kann es was werden!

Wenn jemand noch weitere Gedanken hat, die er mitteilen möchte – bitte immer her damit. Ich freue mich auf eure Nachrichten.

Die Nina


15 Gedanken zu “Schule heute – Schule morgen. Gedanken und Lösungsansätze.

    1. Hallo Evy, da hast du recht. Letztendlich muss jede Familie ihren eigenen Weg finden. Aber natürlich macht man sich so seine Gedanken. Wenn man gerade mitten drin steckt 😉
      Herzlich willkommen erstmal! Schön, dass du mit liest.
      Viele Grüße, Nina

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    1. Oh, das kann ich gut verstehen. Mich wühlt es auch auf. Immer und immer wieder… Und oft kann ich auch gar nicht gut in Worte fassen, was genau mich so aufwühlt. Deshalb bin ich froh, dass Julia und Marion das in diesem Text mal gemacht haben 😉
      Herzliche Grüße!

      Gefällt 1 Person

  1. Liebe Nina,
    ich muss gestehen, dass meine sich meine Gedanken um die Schule aufgrund erfolgreicher Verdrängung ihrer Existenz noch nicht sehr weit entwickelt haben und doch habe ich beim Lesen deines Textes ziemliche Angst bekommen. Denn auf der einen Seite will ich auch keine Kinder, das irgendeinem blöden Druck, doofen System und lebensfernem Lehrplan ausgeliefert sind, auf der anderen merke ich jetzt schon, dass ich einen gewissen Erwartungsdruck an meine Kinder habe und der macht mir total Angst. Denn ich will ganz bestimmt keine dieser Mütter sein, die ihren Kindern schon in der ersten Klasse einimpfen, dass sie unbedingt aufs Gymnasium gehen müssen, denn die finde ich ganz schrecklich. Und gleichzeitig wäre ich garantiert total enttäuscht, wenn sie das nicht schaffen. Oh Gott. Das ist mir eben erst beim Lesen deines Textes klar geworden und hat die Tür zu einem noch viel größeren Thema aufgestoßen. Denn das Anerkennen der individuellen Talente eines jeden Kindes, ist es tatsächlich, was überall mit viel mehr Zeit, Energie und Ressourcen gelebt werden sollte und das leider schon im Kindergarten verloren geht. Dazu kommt, dass wir in Deutschland unglaublich Defizit-orientiert sind. Wenn ein Kind bei den U-Untersuchungen irgendwas auf der Checkliste nicht erfüllt, wird es gleich zum Logopäden, Ergotherapeuten, Heilpädagogen usw. geschickt – was bestimmt alles samt nicht schlecht oder sogar ganz wunderbar ist, wenn nicht der Ansatz ein „Du kannst das nicht“, sondern ein positives Fördern wäre.
    Meine beste Freundin lebte gerade 3 Jahre in England und dort ist das vollkommen anders. Schon im Kindergarten werden „Awards“ für Kinder vergeben, die irgendetwas besonders gut gemacht haben, und das kann auch mal sein, dass sie ihrer Mutter ganz toll beim Abspülen geholfen haben. Mag albern klingen, schafft aber ein ganz anderes Selbstverständnis, wovon wir uns in Deutschland mehr als nur eine Scheibe abschneiden können.
    Zurück zur Schule und der aufgestoßenen Tür: Ich werde mich wohl in Zukunft intensiver mit alternativen Pädagogiken befassen. Bisher war ich für die Schulzeit nicht wirklich begeistert von Montessori oder Waldorf (für den Kindergarten hingegen sehr), da ich Noten schon irgendwie ein gar nicht so schlechtes System finde, aber wenn ich mir meine Kinder anschaue, haben sie wahrscheinlich wirklich etwas anderes, individuelles, lebensnahes, positives verdient. Mal sehen ob sich in den nächsten 2,5 Jahren noch etwas tut bis wir soweit sind (hahaa. Natürlich nicht.).
    Alles Liebe
    die Katrin

    Gefällt 3 Personen

    1. Jetzt bin ich wegen dir schon wieder gefallen. Diesmal von der Couch 😉 Dein Kommentar ist ja schon fast ein eigenständiger Blogartikel. Danke!

      Folgende Dinge würde ich gerne nochmal aufgreifen:
      1. Angst zu haben, brauchst du nun wirklich nicht! Ich bin ganz sicher, dass das Elternhaus die Basis für das Kind legt. Komme in der Schule was wolle.

      2. Ich fand es vor einiger Zeit auch noch sehr schwer, mich von Erwartungshaltungen ggü. meinen Mädels frei zu machen. Was mir dabei unwahrscheinlich half war die Erfahrung, wie unterschiedlich Lernen sein kann. Beim BWL Studium musste ich Dinge in mich hinein „prügeln“. In der HP Ausbildung fiel mir das ganze schulmedizinische Gedöns regelrecht zu. Von da an wusste ich, dass Lernen noch lange nicht Lernen ist. Und das wir nicht alle alles gleich gut können müssen. So wie es die Schule verlangt. Ich würde mich viel mehr freuen, wenn meine Mädels in einen Fach „abloosen“, dafür in einem anderen Fach umso mehr aufblühen. Das halte ich einfach für realistischer.

      3. Montessori und Waldorf Konzepte halte ich persönlich auch gar nicht für die ultimative Lösung. Dort werden viele tolle Ansätze gelebt. ABER m.E. geht es vielmehr um eine Veränderung unserer grundsätzlichen Haltung ggü. Kindern. Da sind wir als Eltern genauso gefragt, wie Lehrer, Politiker, Erzieher etc.

      4. Das „Award“ System aus GB kenne ich leider nicht genau. Grundsätzlich denke ich aber, dass zuviel Lob genauso hinderlich sein kann, wie zuviel Kritik. Ich sehe es definitiv auch so, dass hier zu Lande zu defizitär orientiert an die Kinder herangegangen wird (an uns Erwachsene im übrigen auch). ABER, Lob führt zu einer „extrinsische“ Motivation. Die „intrinsische“ Motivation halte ich für wichtiger.

      Liebe Grüße vonne Nina

      P.s.: Ich habe ein Glas Wein getrunken. Morgen. Morgen fange ich an! 😊 Die andere Mail kommt morgen auch 😉 Schlaft gut und träumt süß!

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      1. So, jetzt komme ich auch mal zum Antworten 🙂 Habe nämlich meinen kinderfreien Nachmittag heute (den ich mir soooo gewünscht hatte!) schlafend im Bett verbracht, weil mich nun auch irgendein Virus oder sowas in die Knie gezwungen hat. Manno. Und als ich aufgewacht bin, wollte mein kranker Körper ganz unbedingt Zucker haben und so hab ich neben Ferrero Küsschen auch gleich noch Kekse und Puffreis gefuttert. Aber genau, morgen. Morgen mach ich weiter 🙂
        Aber ich will ja noch was zu deinen Anmerkungen sagen:
        1. Ich hoffe du hast Recht. Aber bestimmt hast du das.

        2. Ach weißt du, ich war ja so eine Strebermaus, die mehr oder weniger in allem gut war. Außer in Französisch, aber das Nichtgutsein hat da trotzdem mit Ach und Krach zu einer 3 gereicht, bis ich es nach der 11. abwählen konnte. Meine Maßstäbe sitzen also ziemlich hoch und als Ex-Leistungssportlerin bin ich auch noch mit einem gewissen Ehrgeiz ausgestattet und beides find ich total blöd, denn das kann manchmal ganz schön kontraproduktiv sein. Und das will ich auf keinen Fall an meine Kinder weitergeben und sie weiterhin toll finden, egal was sie gut oder eben nicht so gut können. Hoffe da sehr auf meinen Mann, der ganz eindeutige Talente und Schwachstellen in der Schule hatte und deshalb auf normalem Wege kein Abitur gemacht, aber später trotzdem studiert hat, weil er das unbedingt wollte und seinen Weg gefunden hat. Der ist da also ein besseres Paradepferd für alternatives Lernen und ich hoffe sehr, dass er mich immer wieder erden kann. Sonst muss ich noch mehr Yoga machen, dann weiß ich wieder was wirklich wichtig ist. 🙂

        3. Da hast du total Recht, und ich hoffe so sehr, dass alle samt etwas tun. Aber ich glaube, das wird ein ganz ganz langer Weg sein und momentan kann man eigentlich nur hoffen, dass man an Lehrer gerät, die ihren Beitrag zu individuellem Lernen leisten und eine andere Haltung gegenüber den Kindern mitbringen. Die das Beste aus dem System machen, das in diesem Rahmen möglich ist.

        4. Stimme ich dir auch voll und ganz zu. Lob darf man absolut nicht übertreiben und darf nicht inflationär eingesetzt werden. Wenn ich das aus GB richtig verstanden habe, ist es aber auch gar nicht so, sondern es geht hier tatsächlich um eine andere Haltung den Kindern gegenüber. Es wird eben nicht davon ausgegangen, dass jeder das gleiche können muss, sondern individuelle Stärken und Talente werden einfach mal hervorgehoben und gelobt (und in dieser Schule/Kindergarten wurde dafür eben sowas wie ein „Award“ vergeben…). Aber zu tief bin ich auch nicht eingestiegen, habe allerdings diesen Unterschied zu Deutschland festgestellt.

        So, und jetzt verschwinde ich mal wieder im Bett. Bevor ich noch mehr Schoki esse… 🙂

        Schönen Abend wünscht
        Die Katrin

        Gefällt 1 Person

  2. Hey! Danke für die Blumen 😊
    Dabei ist mein, noch nicht einmal schulpflichtiges, Kind meine einzige „Qualifikation“ in diesem Bereich. Marion dagegen hat echt Erfahrung. Fühle mich geehrt, mit ihr und auf Deinem Blog erwähnt zu werden. Ich finde ihre Gedanken sehr wichtig und interessant.

    Liebe Grüße
    Julia

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