Wie schaffst du das nur alles?

Die Frage höre ich oft. Und vielen von euch, geht es sicher ähnlich.

Schon als ich nach der Geburt unserer ersten Tochter teilzeitberufstätig war, kam die Frage hin und wieder. Spätestens jetzt, wo einige gehört haben, dass ich nochmal die Unibank drücken werde, höre ich die Frage wieder regelmäßiger. Und das wundert mich. Ehrlich.

Warum gehen denn viele davon aus, dass das nicht gut zu schaffen ist? Als Mutter zu arbeiten, zur Schule zu gehen oder zu studieren?

Ist es vielleicht, weil viele (unbewusst) davon ausgehen, dass die Mutter alleinverantwortlich für die Betreuung ist? Das Mütter heute durch kleiner gewordene Familien und aktivere Großeltern weniger Unterstützung haben? Weil viele ihre Freundeskreise weit „gestreut“ haben. Da wir doch alle, wenn es nach vielen Arbeitgebern geht, ach so flexibel sein sollen?

Genau weiß ich das nicht. Das sind nur Vermutungen von mir. Viele Punkte sind aber sicherlich gar nicht weit hergeholt.

Wisst ihr, ich bin von der Sorte Frau, die ein reines Mutter und Hausfrau Dasein unglücklich machen würde. Nach einer gewissen Zeit zuhause, bekomme ich das Gefühl, nicht ausreichend Gehirnnahrung zu bekommen. Komisches Wort, oder? Aber ich habe kein passenderes gefunden. Mich macht es auf Dauer einfach unzufrieden, nichts „Eigenem“ nachzugehen. Sowohl im hier und jetzt, als auch im Hinblick auf die Zeit, in der die Kinder flügge werden.

Glückliche Eltern, haben glückliche Kinder. Wir können nur glückliche Eltern sein, indem wir unsere Bedürfnisse und Wünsche ernst nehmen und leben.

Deshalb gehen wir unseren Weg als Familie getreu dem Motto:

Es braucht ein Dorf um Kinder groß werden zu lassen.

So haben wir unter der Woche eine feste Routine, wer sich wann und wo um die Kinder kümmert. Eingebunden sind sowohl Familienmitglieder als auch Freunde. Natürlich möchte wir den Kindern dennoch einen konstanten und verlässlichen Rahmen geben. Sie wissen also immer, wer sie an welchem Tag abholt und wo sie zu Mittag essen. Das ist an zwei Tagen pro Wochen bei den Großeltern, an einem Tag pro Woche bei einer Freundin von mir. An den anderen Tagen betreue und bekoche ich dafür den Sohn meiner (berufstätigen) Freundin.

Quelle: gerald bei Pixabay

Ich bin unendlich dankbar, dass wir unser „Dorf“, unseren Clan, haben. Denn nur so ist es für uns möglich, unsere Bedürfnisse, Wünsche und Träume zu leben. Ohne das dabei jemand auf der Strecke bleibt.

Ohne euch (von denen hier ganz viele mitlesen) wäre das alles gar nicht möglich! Ohne euch, wären wir nur halb so glücklich. Ihr seid unser Leben! Danke, dass es euch gibt! Ich sende euch von hier aus die umwerfensten virtuellen Grüße die euch jemals erreicht haben ❤

Natürlich braucht es in so einer Konstellation einen Head of Organisation in unserer Familie. Der bin ich gerne. Und mit einem guten Kalender mittlerer Preisklasse lässt sich das wunderbar wuppen. Meißtens. Nicht immer. Aber immer öfter!

Deshalb lautet meine Standardantwort auf die Frage: Wie schaffst du das nur alles?

Ich schaff das doch alles gar nicht. Zu mindestens nicht allein.“

Wie lautet eure Antwort auf die Frage? Habt ihr euch so ein tolles Netzwerk an Freunden und Familie, mit denen ihr das gut stemmen könnt? Lebt ihr ein ähnliches Model? Oder ein ganz anderes? Ich würde mich freuen, von euch zu lesen.

Glück Auf, ihr Heads of Organisation da draußen.


5 Gedanken zu “Wie schaffst du das nur alles?

  1. Treffender hätte ichs nicht formulieren können!“Wisst ihr, ich bin von der Sorte Frau, die ein reines Mutter und Hausfrau Dasein unglücklich machen würde.“ Danke dafür, das unterschreib ich 🙂
    Dummerweise haben wir kein wirkliches Dorf für unsere Kinder und pfeifen daher immer wieder aus dem letzten Loch. Die Familie wohnt viel zu weit weg und die engsten Freunde sind inzwischen auch fast alle aus München rausgezogen, nur leider nicht ins gleiche Dorf wie wir. Irgendwie gehts schon immer und zum Glück haben wir uns inzwischen mit einer sehr tollen Familie angefreundet, mit der wir uns prima gegenseitig helfen. Das ist ein super Anfang und immerhin eine Mini-Kommune…

    Gefällt 1 Person

    1. Jetzt musste ich herzlich lachen. Denn unsere Freunde und wir, fühlen uns tatsächlich manchmal wie eine Kommune. Erzieher im Kindergarten unserer Kurzen, haben sogar mal die Väter verwechselt 🙂 Kann passieren… Es gibt wenig wertvolleres, als solche Freundschaften!
      Das Foto unserer WhatsApp Gruppe ist übrigens ein klassisches Kommunenbild der 70er! 🙂

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