Ver|än|de|rung | Synonym: Achterbahn der Extraklasse

Warum ist es eigentlich so, dass viele Eltern immer wieder in Phasen der Übermüdung und Überforderung stecken? Sicherlich ist ein großer Aspekt, die hinzugekommene Arbeit und Verantwortung, sich um den Nachwuchs zu kümmern und für alles zu sorgen. Alles organisatorisch unter einen Hut zu bekommen, ohne jemanden dabei zu vergessen.

Ich denke aber, dass ein ebenso wichtiger Aspekt das Thema Veränderung ist. Mit dem Eintritt ins Eltern-/ Familienleben, unterliegen wir plötzlich verdammt vielen Veränderungen in kürzester Zeit. Plötzlich ist ein Baby da, dass dich voll und ganz fordert. Dein Leben ist von jetzt auf gleich ein anderes. Deine vorher so gemütlich eingerichtete Komfortzone hat sich in ein Nichts aufgelöst. Also gilt es, sich wieder eine neue einzurichten. Hast du dies dann geschafft, steigen viele Mütter wieder ins Berufsleben ein. Zack – jetzt muss schon wieder eine neue Komfortzone her. Dann kommen die lieben Kleinen in den Kindergarten. Zack – ’ne neue Komfortzone muss her. Und dann, geht es auch schon ganz plötzlich in die Schule. Zack – neue Komfortzone wo bist du?

Das ganze braucht man gar nicht nur auf das Familienleben zu beziehen. Veränderungen ob groß oder klein, sind anstrengend. Sei es die Trennung vom Partner, der Umzug oder aber auch die Hochzeit, der Jobwechsel *oderwasauchimmer*.

Wenn sich nun die eine Veränderung direkt an die nächste heftet, beginnt unser Leben plötzlich verdammt turbulent zu werden. Gleicht einem Marathonlauf. Manchmal ist das purer Spaß. Pures Leben. So viel Neues. So viel zu lernen. Wunderbar!

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.
Vincent van Gogh

Und doch muss man dabei gut auf sich aufpassen. Denn Veränderungen sind eben auch anstrengend, spannend, manchmal beängstigend und ermüdend. Veränderungen bringen Unsicherheit mit sich. Wie wird es weitergehen? Schaffe ich das? Diese Unsicherheit streckenweise auszuhalten ohne dass sie uns auffrisst, ist sicherlich eine wichtige Lektion. Für mich persönlich zu mindestens. Ich bin ja eher von der Sorte *durchorganisiert bis ins letzte Detail*. Das macht es nicht einfacher für mich, aber umso lehrreicher.

Bei mir stehen die Zeichen gerade mal wieder ganz schön ordentlich auf Veränderung. Davon erzähle ich euch bald mehr. Eines vorab: vor wenigen Tagen habe ich erfahren, dass ich nun doch am Auswahlwochenende meiner „Wunschuni“ teilnehmen darf. Ich fahre also gerade hier mal wieder die emotionale Achterbahn der Extraklasse. Das macht riesig Spaß. Es kribbelt im Bauch. Manchmal, aber nur manchmal wird mir allerdings auch etwas schlecht dabei. Weil die Bahn verdammt schnell fährt.

Interessanterweise, habe ich diesbezüglich kürzlich ein A-Ha Erlebnis gehabt. Ich habe euch doch von dem Schreibworkshop erzählt, den ich besuchte.

Dort haben wir verschiedene Übungen gemacht, um aus unserem Unterbewusstsein zu schöpfen. Wir haben die Worte fließen lassen, die aus uns heraus wollten. Im Rahmen des „kreativen Zwangs“, sollten wir das Wort BLAETTERREGEN vertikal schreiben. In der Stimmung, die dieses Wort in uns hervorruft, sollten wir nun beginnen, einen Text zu schreiben. 10 Minuten hatten wir dazu zur Verfügung. So wenig Zeit um sicherzugehen, dass wir nicht allzu lange über die Worte nachdenken, die wir aufs Papier gebracht haben:

B lau, ist der Himmel. Ich fühle den

L auen Zug des Windes auf meiner Haut. Ich atme und bin.

A lle lassen ihre Masken fallen. Wie die Bäume ihre Blätter.

E twas tut sich.

T riebe, Sprossen sterben ab. Verholzen. Manche

T riebe kommen nur zur Ruhe. In Vorbereitung auf

E ine Zeit des neuen Sommers.

R uhe darf kommen. Ruhe darf sein.

R uhe für die Zeit des zu sich Kommens. Die

E nergie der Wandlung

G reift um sich. Versuche nicht ihr zu

E ntkommen. Lass dich

N eu erfinden.

Neuerung. Wandlung. Veränderung. Ja, das sind meine Themen momentan. Was da aber auch noch aus mir sprach ist, dass ich es in Ruhe zulassen muss. Um aus dem, was daraus enstehen wird schöpfen zu können.

Man sagt, der Glaube gibt Sicherheit. Das stimmt. Mir auch. Wobei ich persönlich nicht an Gott glaube. Ich glaube an die Kraft der Natur. An Schicksal. Ich bin sicher, dass das kommt, was kommen soll. Ich bin sicher, dass die Veränderung die mich, die unsere Familie gerade ganz schön stürmisch mitnimmt, uns wachsen lässt.

Ich warte nun einfach ab und schaue, was kommt. In Ruhe.

Wie sieht es bei euch aus? Bringen Veränderungen euch schnell aus der Ruhe? Oder habt ihr irgendwelche tollen Tips, wie man in diesen Zeiten besonders gelassen bleiben kann?

Das ist übrigens der einzige "Entspannungstee", dir WIRKLICH entspannt. Mich zumindestens. Und das soll was heißen ;-)
Das ist übrigens der einzige „Entspannungstee“, dir WIRKLICH entspannt. Mich zumindestens. Und das soll was heißen 😉

5 Gedanken zu “Ver|än|de|rung | Synonym: Achterbahn der Extraklasse

  1. Ich sehe mal etwas von den Veränderungen, von denen du schreibst ab, weil mich etwas anderes, was du geschrieben hast so beeindruckt und trifft: „Ruhe darf sein“. Weißt du -wisst ihr- wie oft ich das vergesse?! Ich komm von der Arbeit nach Hause, geh einkaufen, geh mit dem Hund raus, räume auf, stelle die Waschmaschine an, koche, recherchiere noch eben was für die Arbeit und mach ein paar Notizen, dann ist der Tag vorbei. Ach Moment, schnell noch ein Stündchen lesen. Und das Lustigste:keine Kinder. Ich bin lediglich mir selbst verpflichtet.

    In der letzten Woche ist es mir wieder einmal aufgefallen. Ich hatte eine Woche Urlaub und wollte die zeit nutzen, um meinen körpereigenen Akku vor dem anstehenden Weihnachtsterror (arbeite im Kindergarten) noch einmal aufzuladen. Äh…hat nicht geklappt. Ich hab die St.Martins Liedertexte auswendig gelernt, Weihnachtsgeschenkideen für die Kinder recherchiert, hab das Wohnzimmer renoviert, die Küche von oben bis unten geschrubbt…und dann hab ich mich selbst genervt. Es hat zwei ganze Tage gedauert bis ich es geschafft habe mir ZU ERLAUBEN entspannt zu sein. Ich ärgere mich über mich selbst, wenn ich aus einem Spaziergang oder einem Stündchen lesen nicht mehr die Ruhe ziehe, die es eigentlich bedeutet.

    Ich habe mich entschieden besser auf mich acht zu geben. Mir die ruhemomente zu gönnen, wenn sie sich mir quasi auf einem silbernen Tablett anbieten. Dein Blog, liebe Nina, ist einer dieser Momente. Ich habe mir nach der Arbeit eine Tasse Kaffee gemacht, mich an den Küchentisch gesetzt, zwei Kerzen angemacht (um Gemütlichkeit mit ins Boot zu holen) und dann lese ich zum Thema Veränderungen, Überforderung und Ruhe zulassen in deinem Blog. So bestätigst du mich noch einmal in meinem Vorhaben. Danke dafür, meine Liebe 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Danke, meine Liebe, für diese schönen Worte. Es freut mich, dass mein Text dich ein wenig zum nachdenken und etwas zur Ruhe gebracht hat. Denn letztendlich schreibe ich ja meist, um mich erstmal selber an etwas zu erinnern! Umso wundertoller, wenn er den ein oder anderen Lesenden ins Grübeln bringt!

      Bei den Martins-Liedern, darfst du mir bitte mal Nachhilfe geben, ja? 😉

      Ich grüße dir!

      Gefällt mir

  2. Oh ja, das Thema Veränderung ist wirklich nicht einfach. Ich mag Veränderungen, die ich nicht selbst entschieden und herbeigeführt habe so gar nicht. Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren ist für mich nicht schön. Ich versuche aber oft, bewusst aus meiner Komfortzone herauszutreten und mich Dinge zu trauen, die mir etwas Angst machen.
    Das ist mein Training 🙂
    Liebe Grüße
    Julia

    Gefällt 1 Person

Magst du mir dazu ein paar Worte schreiben?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s