Ab in die Schule, ihr lieben Eltern!

Ich hab‘ da ’ne Idee.

Wie wäre es, wenn man die Eltern von Vorschulkindern ein Jahr lang zwangsweise in die Schule schickt? Mit allem Drum und Dran. Inklusive leben im Elternhaus.

In Geheimkreisen nennt man Vorschulkinder übrigens auch „Schuwidus“ (Schulkind wirst du). Jahaaa, meine Lieben. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Diese Information wollte und konnte ich euch einfach nicht vorenthalten. 

Warum mir diese Idee kam? Weil ich glaube, dass wir und vor allem unsere Kinder davon sehr profitieren würden.

Stellt euch wirklich mal vor, ihr seid jetzt frisch eingeschulte Kinder. Wie geht es euch dann?

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Okay. Der Anblick der Schultüten lässt euer Herz natürlich Salti schlagen. Aber dann verabschiedet ihr euch draußen von euren Eltern und geht in die Schule:

  • Ihr seid plötzlich unter lauter fremden Menschen. Gut. Ein paar kennt ihr vielleicht schon. Aber die ganzen Anderen? Und die ganzen unbekannten Lehrer. Wie groß hier alles ist. Ganz schön anders, als im Kindergarten, oder?
  • Wie fühlt es sich an leise sein zu müssen, wenn in euch alles rebelliert. Wenn ihr lieber rennen, sprechen, schreien, spielen wollt?
  • Wie fühlt es sich an, mit dem Kind, welches neben euch sitzt, verglichen zu werden? Kann der etwa tatsächlich schon seinen Namen schreiben. Und du nicht?
  • Wie fühlt es sich an, einen „traurigen Smiley“ für deine Hausaufgaben zu bekommen?
  • Wofür machst du deine Hausaufgaben eigentlich? Für den „lachenden Smiley“?
  • Wie müde seid ihr, um 13:00h nach Schulschluss?
  • Wie anstrengend ist das Lernen für euch?
  • Lernt ihr eigentlich gerne? Alle Fächer gleich gerne?
  • Was bleibt dauerhaft hängen? Die Sachen, die ihr unter „Druck“ gelernt habt? Oder die Antwort auf die Frage „wo Seifenblasen hingehen, wenn sie geplatzt sind?“, die du am Nachmittag deinem Vater stelltest. (Seine Antwort lautete übrigens wie folgt: Die Seifenblase geht nicht weg. Sie zerfällt in unendlich viele kleine Wassertröpfchen, die wild miteinander durch die Luft tanzen und sich dann langsam auf dem Boden, deiner Schulter, den Blättern niederfallen lassen. Eine Zeit lang, tragen wir sie also noch mit uns rum. Dann verdunsten sie. Sie werden damit Teil des Wasserkreislaufes. Sie sind dann zwar für uns nicht mehr zu sehen doch noch existent.)
  • Wieviel Lust habt ihr nach der Schule, dann noch auf eure Hausaufgaben?
  • Und was würdet ihr in den Ferien sagen, wenn Mama und Papa euch an den Schreibtisch setzen wollen, damit ihr nichts „vergesst“?
  • Resigniert ihr vielleicht irgendwann, weil ihr doch eh nix zu sagen habt? Weil es dann wieder Spiel- oder Fernsehverbot gibt. Weil das vielleicht die einzige Zeit am Tag ist, auf die ihr euch freut?

Bleiben wir, als Eltern, nach so einem Gedankenspiel dabei, dass:

  • Unsere Kinder in allen Fächern gute Noten haben müssen?
  • Jeder im gleichen Tempo lernen muss?
  • Das draußen spielen weniger lehrreich ist, als das Lernen am Schreibtisch?
  • Unsere Kinder vielleicht irgendwann Gefahr laufen, nicht rechnen zu lernen, nur weil sie jetzt gerade kein allzu großes Interesse an Zahlen haben. Vielleicht mögen sie gerade Buchstaben viel mehr. Können wir uns dann nicht darüber freuen, wenn sie sich damit umso mehr beschäftigen? Sogar in der Freizeit, ganz von allein. Im Spiel.

Ich mache kein Geheimnis daraus. Ich befürworte Montessori-Schulen sehr. Und gäbe es eine bei uns in der Nähe, würden unsere Töchter diese besuchen.

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Aber ich finde, dass auch viele staatliche Schulen ihre Aufgabe, in ihrem möglichen Handlungsrahmen, sehr gut machen. Wirklich gut!

Das können sie aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Denn in so einer „Horde von Kindern“ müssen alle lernen, sich bis zu einem gewissen Maße anzupassen. Das ist okay. Aber NACH Schulschluss sind wir als Eltern gefragt.

Es ist UNSERE Aufgabe. Als Eltern. Den Kindern nicht ihnen noch mehr Druck zu machen, sich an ein System anzupassen, in dass sie nicht voll und ganz hinein passen müssen.

WIR legen die Basis.

WIR geben unseren Kindern die Wurzeln und das Gefühl dafür, was wirklich wichtig ist, am Ende des Tages.

WIR zeigen ihnen, dass sie wertvoll sind, so wie sie sind. Egal wie ihre Schulperformance derzeitig aussieht.

Ich finde, die Schule ist ein ordentlicher Kraftakt für unsere Kinder (und auch für die Lehrer). Vor den Kindern und Lehrern ziehe ich an dieser Stelle meinen großen virtuellen Hut! Aber auch vor all den Eltern dort draußen, die es schaffen, den Kindern ohne Worte zu vermitteln, dass die Schule nur ein kleiner Teil des Lebens ist. Das aber, all das, was außerhalb der Schulmauern stattfindet ebenso wichtig ist. Wenn nicht gar wichtiger.


Ich weiß, dieser Artikel mag polarisieren und ich kenne einige Menschen, die meine Meinung hier so nicht teilen. Und das ist auch gut so! Wenn wir alle gleich denken würden, wäre diese Welt verdammt öde, stimmts?

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir mitteilt, wie eure Meinung dazu ist? Wie geht es euren Kindern in der Schule?

Einen fröhlichen, entspannten Schulstart wünsche ich euch Eltern, Kindern und Lehrern!

Mit einer noch fröhlicheren Freizeit nach der Schule!


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