1 Tag. 2 Versionen. Oder: Ich bestimme meine Realität.

Manchmal überkommt es mich. Dann muss ich raus. Ans Meer. So war es auch dieses Mal. Um genauer zu sein, staute sich dieses Gefühl schon seit einigen Tagen auf. Und als ich am sonnigen Morgen des 03. Oktobers meine Augen öffnete, gab es keine andere Wahl. Ich MUSSTE ans Meer. Nur für einen Tag.

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Die Mädels hatten natürlich nichts dagegen einzuwenden, mein Mann, der eigentlich eher von der unspontanen Sorte ist (und damit ein großartiges Pendant zu mir, die erst handelt, dann denkt) war auch gleich überzeugt. Trotz der Tatsache, dass der halbe Ruhrtopf an diesem Tag dazu geneigt ist, shoppend durch Holland zu irren.

(Achtung: Nun folgt ein geistreicher Gedankenaustausch zwischen mir und meinem Mann!)

Mann: „Wo fahren wir denn hin?“ Ich: „Hm, weiß nicht. Irgendwas mit Meer halt. Und umme Ecke von hier.“

Ich zückte mein Handy um zu recherchieren google maps zu öffnen.

Ich: „Noordwijk. Liegt 249 km entfernt. Warste da schon mal, Schatz?“

Mann: „Nö.“

Ich: „Ich auch nicht.“

Mann: „Und?“

Ich: „Ach, lass uns einfach mal hin fahren.“

Mann: „Okay.“

Ihr seht, das war ein harter Prozess der Entscheidungsfindung.

Wie der Tag war? Nun, ja. Auf diese Frage, könnte es unter Umständen verschiedene Antworten geben. Je nach dem, wen ihr fragt und wer ihn erlebt hat.

Ach so, ihr wollt meine Antwort hören? Für MICH und ich denke, ich kann sogar sagen, für UNS, war der Tag *wundertollentspannt*, *ganzperfekt* mit *ganzvielwiederholungspotenzial*.

Andere hätten euch den Tag vielleicht so beschrieben:

Da es schon 9 Uhr war, als unsere Entscheidung, nach Holland zu fahren viel, packte uns die Hektik. Wir wussten, die Autobahn wird aus allen Nähten platzen und wenn wir noch vor Sonnenuntergang in Holland sein wollten, müssten wir uns beeilen. Unser Frühstück war minimalistisch.

Und was passiert immer, wenn es schnell gehen muss? Jeps. Die Kinder knatschen und sind im Entspannungsmodus. Das Stresslevel der Eltern steigt weiter und die ersten Drohungen à la „Wenn du dich jetzt nicht beeilst, dann…“ versammeln sich hektisch auf deiner Zunge.

Irgendwann saßen wir tatsächlich alle im Auto. Das Stauende lächelte uns schon nach einigen Kilometern an. Das Navi rechnete mal eben schnell eine neue Route durch und siehe da… Zack. 2 Stunden längere Anfahrt. 4,5 statt 2,5 Stunden. Genau das, was man sich für einen Tagesausflug so wünscht. Mir wurde übel bei dem Gedanken daran, ganze 2 Stunden länger mit Hörspielen beschallt zu werden.

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Zur Halbzeit machten wir eine kurze Pause. Die Schlange vor dem Damenklo des Rasthofhofes, muss aus einem Flugzeug erkennbar gewesen sein. Schön ist echt anders.

Wir wollten hier aber nicht zu viel Zeit verlieren. Schnell was trinken und dann wieder ab auf die Bahn in den Stau.

Tatsächlich kamen wir irgendwann an. Am Strand war es schon ganz nett. Nicht sehr voll. Die Sonne schien. Die Kinder tobten im Wasser und das Essen im Strandpavillon war großartig. Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns auf den Heimweg. Immerhin brauchten wir nur 2,5 Stunden. So blieb genug Zeit, um uns von dem anstrengenden Tag zu erholen.

Und wieder Andere, hätten euch den Tag vielleicht so beschrieben:

Da es schon 9 Uhr war, als unsere Entscheidung, nach Holland zu fahren viel, packten wir zügig unsere Sachen und frühstückten nur eine Kleinigkeit. Schließlich ist doch das tolle an Tagesausflügen, irgendeinen ungesunden Mist, an der Raststätte zu essen.

Mit Kindern ist es zwar so eine Sache, sich zügig fertig zu machen, aber es ging. Ruhig und bestimmt bleiben. Schon fluppt‘s. Meistens. Heute hat es geklappt.

Wir ahnten ja, dass die Bahn voll sein würde. Aber das unser Navi mal eben schnell umrechnet und uns verrät, dass wir zwei Stunden länger als geplant fahren werden. Eher suboptimal. Aber was hatten wir zu verlieren? Wenn uns der Stau zu sehr auf die Nerven gehen würde, planten wir einfach in irgendeiner Stadt, die auf dem Weg lag, Halt zu machen. Eine gute Zeit dort zu verbringen und dann umzukehren. Aber dazu kam es gar nicht.

Wir genossen die Sonne bei unserem Raststätten Picknick mit Fanta und Chips (das hat bei unseren Mädels den gleichen Wert, wie bei mir das Weihnachtsessen mit Tiramisu zum Nachtisch). Setzen uns wieder ins Auto, öffneten das Dachfenster um den blauen Himmel zu betrachten, drehten die Musik auf, und krakeelten sangen lauthals mit.

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Klar, war die Fahrt irgendwann lang. Aber vor Ort wurden wir rund herum belohnt. Alles passte. Wir bekamen einen direkten Parkplatz am Strand, die Sonne schien, die Kinder tobten im Wasser und genossen die Weite des Strandes.

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Ein traumhaftes Abendessen im Strandpavillon bei Sonnenuntergang machte den Tag perfekt.

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Der Rückweg ging dann zum Glück recht flott. Müde aber glücklich kamen wir zuhause an.


Und was lernen wir jetzt daraus?

ICH entscheide, wo MEIN Fokus liegt. Damit entscheide ICH, wie es MIR geht. Damit entscheide ICH, was ICH fühle. Damit entscheide ICH, wie es meinen Mitmenschen geht. Damit kreiere ICH MEINE Realität.

Gib gut Acht, auf DEINE Gedanken.

Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.

Marie von Ebner-Eschenbach

Hast du auch manchmal das Gefühl, einen Tag aus zwei oder mehreren Perspektiven heraus, zu erleben? Um dich dann bewusst für Eine davon entscheiden zu können.

Wir sind übrignes ganz normal. Und unsere Bilder sehen nicht automatisch wie aus dem Bilderbuch aus. Und ja. Ich schäme mich für die Kaufland-Tüte am Strand. Aber es war doch so hektisch morgens...
Wir sind übrigens eine ganz normale Familie. Unsere Bilder sehen nicht automatisch wie aus dem Bilderbuch aus. Meißt gucken wir auf den Bildern sogar ziemlich eigenartig. Um es milde auszudrücken. Und ja. Ich schäme mich für die Kaufland-Tüte am Strand. Aber es war doch morgens so hektisch. Da muss man halt Prioritäten setzen.

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