Ausgeflimmert.

Seit 3 Tagen hat es sich bei uns ausgeflimmert. Lange drüber gesprochen. Immer wieder aufgeschoben. Die Macht der Gewohnheit und auch ein wenig Bequemlichkeit. Ihr wisst schon. Dafür jetzt aber umso überzeugter:
*Der Fernseher ist raus! Er ist im Keller um genauer zu sein.*
Und dort soll er mindestens mal einen Monat lang bleiben und still sein.

Eine außerordentliche Abhängigkeit konnte man uns nie wirklich nachsagen. Schließlich laufen kaum noch Sendungen, bei denen man keine körperlichen Schmerzen vor lauter Fremdscham empfindet. Und für Nachrichten nutzen wir seit langer Zeit sowieso nur noch das Internet.

Aber die Kinder. Ja. Ich gestehe. Es war ganz schön bequem, wenn die Kinderstunde um 18.15h anfing und um kurz nach 19h endete. Diese himmlische Ruhe.
Nur immer öfter schlich sich der Gedanke ein, ob diese Ruhe nicht eine trügerische ist. Oft war es erschreckend zu sehen, wie die Mädels wie hypnotisiert vor der Kiste saßen. Glotzend. Kaum ansprechbar. Ida kam danach im Bett nur schwer zur Ruhe. Auch die Zeit vor der Fernsehstunde war nur ein „Warten aufs Fernsehen“. An eine intensive, kreative Spielzeit war nicht zu denken. Sie warteten nur noch darauf, bis der Zeiger einmal rum war. Im oberflächlichen, halb-gelangweilten Spiel verharrend.

Eben weil die Fernsehstunde ein so regelmäßiger Begleiter unseres Alltags war, hatten wir mit Protest und körperlichen Entzugserscheinungen bei den Kindern gerechnet. Aber nichts da. Die Antwort war: „Jaaa, eine Stunde länger spielen.“ Ähm, ja. Es war schon gemein von uns, sie abends an die Couch zu ketten.

Es ist toll zu erleben, welche neuen Routinen sich ergeben. Wir füllen die Stunde am Abend ganz bewusst mit besonderen Dingen. Momentan genießen die Mädels es sehr, sich an der Nähmaschine auszutesten. Das Abendessen ist ausgedehnter und ruhiger. Wir müssen uns nicht mehr beeilen, um passend zur Fernsehzeit fertig zu sein (Was für ein Irrsinn, oder? Wenn ich das so lese, kann ich nur ungläubig den Kopf schütteln). Die Spielzeit am Nachmittag ist, wie erwartet, intensiver.

10532050_10203079721126932_250707908507532460_o(1)

Unser Familienfazit bisher: Großes Kino! So ein fernsehfreies Wohnzimmer!

Uns geht es gar nicht darum, den Fernseher dauerhaft zu verbannen. Wir möchten diese Zeit momentan einfach mal ganz bewusst erleben und unsere Gewohnheiten hinterfragen.
Wie sieht es bei euch aus? Lebt jemand fernsehfrei? Oder hat jemand Lust es ebenfalls auszuprobieren und sich dann mit uns auszutauschen?

Flimmerfreie Grüße.


2 Gedanken zu “Ausgeflimmert.

  1. Klasse Idee, finde ich! Und was Du beschreibst, kenne ich. Allerdings ist das schon ein Weilchen her. Irgendwann hat sich etwas gewandelt, der Fernseher verlor schlagartig an Bedeutung. Ob es der Sommer war, damals, als die Tochter 4 war und wir bis es fast dunkel war auf dem Spielplatz tobten? Oder das Jahr danach, als die Tochter zu lesen begann und nichts anderes mehr tun wollte? Oder gute zwei Jahre danach, seitdem wir einen Garten haben und sich die Prioritäten verschoben?
    Genau weiß ich es gar nicht mehr, nur, dass es sich irgendwann verschoben hatte und der Fernseher für die Tochter total egal wurde.
    Die Nähsache finde ich toll! Dürfen/Können die Mädchen mit an Deine Maschine, oder habt Ihr da eine extra für Kinder?

    Liebe Grüße,
    die Alltagsheldin

    Gefällt mir

    1. Danke, für deinen Kommentar, liebe Alltagsheldin!
      Wir genießen das fernsehfreie Wohnzimmer immer noch sehr. Momentan überlegen wir, ein separates Fernsehzimmer irgendwann mal zu nutzen. Denn nun, wo die Tage schon deutlich kürzer werden, Fragen unsere Mädels schon öfter nach Kindersendungen. Bisher kommen wir da gut mit youtube Streams aus. Da kann man dann auch ganz gezielt nach Sendungen suchen. Das ist ein guter Mittelweg für uns 🙂

      Unsere Mädels nutzen meine Nähmaschine. Das ist allerdings auch kein besonders hochwertiges Teilchen, so dass meine Angst, dass irgendwas kaputt gehen könnte nur ganz begrenzt ist. Am Anfang hatte ich nur Sorgen um die Kinderhände. Bisher ist alles gut gegangen und sie gehen richtig sicher damit um.
      Unsere Kleine, hat kürzlich einer Freundin ein Kissen zum Geburtstag genäht. Es war ganz niedlich zu sehen, wie stolz sie selber, aber wie glücklich auch das Geburtstaskind darüber war!

      Heute Abend, werde ich dich mal auf deinem Blog „besuchen kommen“;-)
      Liebe Grüße, Nina

      Gefällt mir

Magst du mir dazu ein paar Worte schreiben?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s